Wahlausschuss (5. Teil)

Es gab in der Vergangenheit bereits deutliche Indizien, dass seitens des Vorstands tatsächlich eingegriffen worden ist und der Wahlausschuss keine unabhängige Entscheidung treffen konnte. Mitglieder, die zum Aufsichtsrat kandidieren wollten, wurden abgelehnt, weil sie mutmaßlich nicht ungeeignet, sondern lediglich „unbequem“ waren und sie viele Aspekte der bisherigen Vereinsführung in Frage stellten. Ein „frischer Wind“ ist ganz offenbar seitens Vorstand und Aufsichtsrat nicht „gewünscht“.

Es wird weiter gemutmaßt, dass das Abstimmverhalten dabei immer so ausgefallen ist, dass sich die Wahlausschuss-Mitglieder Prof. Dr. Eva-Maria Lewkowicz, Birgit Feldbrügge, Arthur Saager und Frank Arndt für diejenigen Kandidaten ausgesprochen haben, die von Vorstand und Ehrenrat (und damit wohl auch vom Aufsichtsrat) favorisiert wurden. Bei den „unbequemen“ Kandidaten votierten sie allen Anschein nach mit „Nein“. Das Abstimmverhalten lag damit bei 4:3.

Doch warum ist das so?

Frank Arndt und Arthur Saager sind doch eigentlich Fan-Vertreter, sie sind ja beide Vorstand im Schalker Fanclub-Verband?

Ja, aber genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Arndt und Saager sind persönlich und wirtschaftlich abhängig vom Verein FC Schalke 04. Sie werden wohl kaum gegen den Willen ihrer „Brötchengeber“ handeln. Sie sind damit eben keine Fan-Vertreter mehr, sondern Vereins-Vertreter.

Dazu passt der Auftritt des Kandidaten Thomas Sinning bei der JHV 2011, der einen faden Beigeschmack hinterließ. Er zog seine Kandidatur vor den Mikrophonen zurück und empfahl ausdrücklich, die dem Aufsichtsrat und Vorstand nahe stehenden Kandidaten zu wählen. Das war zu offensichtlich inszeniert. Vielleicht sollte man zukünftig professionelle Schauspieler engagieren. Dazu passt, dass Sinning sich nicht mal die Mühe machte, sich vorher auf der Schalke 04-Homepage vernünftig vorzustellen. Während die anderen Kandidaten, ihr Anliegen breiter ausformulierten, fiel ihm nur der eine Satz ein: ,,Ich möchte helfen, dass auf Schalke in Zukunft vernünftig gearbeitet wird.” Ob er diesen auch selbst verfasst hat, darf arg bezweifelt werden.

Das ganze enthält nun immer noch viel „könnte, hätte, würde“, aber es gibt eben deutliche Indizien, dass im Wahlausschuss nicht mehr alles mit rechten Dingen zugeht. Nicht umsonst hat das Wahlausschuss-Mitglied Günther Reipen für die diesjährige Jahreshauptversammlung den Antrag gestellt, den Wahlausschuss als Gremium komplett zu streichen. Allein diese Tatsache sollte aufhorchen lassen.

Soweit zunächst zum Wahlausschuss. Wir melden uns dazu in den kommenden Wochen noch öfter zu Wort. Wir werden die einzelnen Satzungsänderungsanträge hierzu vorstellen und zu einem späteren Zeitpunkt auch die diesjährigen Kandidaten für den Wahlausschuss.

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