Das Leitbild des FC Schalke 04

Viel Spott gab es zu hören, als wir uns im Herbst 2011 auf den Weg machten, dem FC Schalke 04 zu einem Leitbild zu verhelfen. Viel zu oft schon war der Versuch, eine einheitliche Werteordnung zu entwickeln, schon im Keim erstickt worden. Kaum jemand gab dem Projekt größere Erfolgschancen.
Wie sollte ein Verein wie unserer, der im ständigen Spagat zwischen Tradition und Wirtschaftsunternehmen steht, EIN Leitbild haben können?

Aber die „Ära Magath“ hatte gezeigt, dass es unabdingbar war, zumindest den Versuch zu starten.

Und so trafen sich schließlich unter der Moderation von Olaf Prang:

  • Für den Aufsichtsrat: Andres Schollmeier und Peter Lange
  • Für den Vorstand: Alexander Jobst
  • Finanzen: Christine Rühl-Hamers
  • Nachwuchsabteilung: Till Beckmann
  • Kommunikation: Thomas Spiegel
  • Fanbeauftragter: Patrick Arnold
  • SFCV: Frank Arndt
  • UGE: Stephan Kleier
  • SUPS: Olivier Kruschinski
  • Nicht organisierte Mitglieder: Matthias Berghöfer, Bernd Marenbach und Günther Reipen

Es gab zum Glück keinen Kaltstart bei Null. Vielmehr setzte der Diskussionsprozess auf drei bereits bestehenden Entwürfen (der erste von Thomas Koch und Andreas Weiler noch aus Zeiten des Visonsausschusses, der zweite von den SUPS, „Schalke kreiselt“ und der dritte von Günther Reipen) auf.

Die Zusammenarbeit war trotz der sehr heterogenen Zusammensetzung der Gruppe zum einen professionell und zum anderen sehr angenehm im Umgang miteinander. Über die zentralen Punkte des Leitbilds herrschte erstaunlich schnell Einigkeit und auch das „Schärfen“ oder „Entschärfen“ von Formulierungen gelang nahezu immer im Konsens. Einzig die Frage der Durchsetzung der Regeln des Leitbilds konnte nicht abschließend geklärt werden. Wollten einige hierzu eine eigene Kommission gründen, sahen andere dies als Aufgabe des Ehrenrats. Wieder andere hielten eine solche Aufgabe für unnötig.

So einigten wir uns darauf, erstmal „das Leitbild zu leben“, um anschließend ggf. nachzubessern. In einer Redaktionsgruppe (Kleier, Marenbach, Schollmeier, Reipen) wurde schließlich der letzte Schliff an den Entwurf gelegt und dieser anschließend von der Leitbildkommission einstimmig den Mitgliedern zur Beschlussfassung vorgelegt. Umrahmt von einer emotionalen Videobotschaft beschloss dann die Mitgliederversammlung 2012 mit überwältigender Mehrheit das Leitbild des FC Schalke 04.

Wer sich das Leitbild genauer anschaut, wird schnell drei Blöcke erkennen:

  • Erhalten und Bewahren
    Hier geht es um das WOHER wir kommen, um unsere Tradition, um den Kern unserer Identität. Von Vereinssitz, -form bis zu Vereinsfarben.
  • Leben und Bewerten
    Hier geht es um das WIE unseres gemeinsamen Schalker-Seins. Den Umgang miteinander, den Umgang mit Rassismus und Intoleranz, Gewalt usw..
  • Werden und Verändern
    Hier geht es um das WOHIN. Wohin wollen wir, wie soll Schalke in 100 Jahren sein?

Bald ist das Leitbild zwei Jahre alt. Ich bin nicht unvoreingenommen, was die Bewertung des Erfolgs unseres Leitbilds angeht. Wir (die Leitbildkommission) haben uns damals auch keinen Illusionen hingegeben, dass sich über Nacht auf Schalke alles zum Positiven verändern würde. Viele der Spötter von damals fühlen sich heute bestätigt, weil immer noch vieles nicht so läuft, wie es das Leitbild als Ideal vorgibt.

Meine Wahrnehmung ist, dass es nicht in ein oder zwei Jahren, vielleicht auch nicht in fünf zu schaffen ist, das WIE in den Köpfen zu verankern. Das mag zum einen daran liegen, dass es eine der größten Schwächen aller Menschen ist, Regeln immer nur auf die ANDEREN anzuwenden. Zum anderen liegt es daran, dass sich viele, die einen Regelverstoß bei den ANDEREN beobachten, auf einmal selbst nicht mehr an die Regeln gebunden fühlen. Fast wie im Straßenverkehr.

Meine Hoffnung: Das Leitbild ist nach wie vor gut.

Wir (Vorstand, Aufsichtsrat, Geschäftsstelle, Fan-Szene) müssen nur lernen, dass die ANDEREN auch zu uns gehören. Und wenn einer das Leitbild vermeintlich mit Füßen tritt, sollten wir uns kurz mal um unseren eigenen Umgang mit den Werten kümmern. Ist der in Ordnung, muss es allerdings nach meiner heutigen Überzeugung auch möglich sein, dass vereinsintern zu thematisieren und zu bewerten. Ganz ohne Zähne kommt unser Leitbild leider nicht aus.

Glückauf, Günther Reipen

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