Die Vortragsveranstaltung „zwischen Tradition und Kommerz“ von SchalkeVereint mit Fan-Initiative, UGE und Supporters Club stieß auf großes Interesse: Moderator Olivier „Oli4“ Kruschinski konnte pünktlich um 15.04 Uhr rund 120 Schalker in der ausgebuchten Gelsenkirchener Flora begrüßen. Der FC Schalke 04 kann in diesem Jahr auf eine 111jährige Tradition zurückblicken, der Kommerz gehört seit Einführung des Profifußballs ebenfalls untrennbar dazu, so dass der Schwerpunkt des Nachmittags auf „zwischen“ liegen sollte: Wie kann unser Verein den Spagat schaffen, sich gut zu vermarkten und dennoch die Auswüchse der Kommerzialisierung zu begrenzen?
Als erster Gastredner trat Dirk Rasch, langjähriger Präsident des VfL Osnabrück und frischgebackener Autor von „Rettet den Fußball!“ auf’s Podium. Er sorgt sich, dass der Kommerz den Sport zerstört und die Korruption in der FIFA, die beispielsweise zur Vergabe der WM 2022 nach Katar geführt habe, diesen unheilvollen Trend noch verstärke. Raschs These lautet deshalb „Tradition so viel wie möglich – Kommerz so viel wie nötig“. Angesichts von rund 120.000 Arbeitsplätzen und zwei Milliarden Steuereinnahmen durch den Profifußball alleine in Deutschland bringe es nichts, sich der Kommerzialisierung komplett verschließen zu wollen; die Leidenschaften der Fans für ihren Verein seien jedoch das „Epizentrum“ des Fußballs und dürften nicht durch den Marktradikalismus zerstört werden Die Dominanz der Bayern und Geschäftsmodelle wie RB Leipzig drohten den Wettbewerb zu zerstören.
Der Vortrag endete mit der Forderung, der Fußball müsse sich unbedingt seine Bodenständigkeit erhalten. Dazu gehörten neben einer gerechten Verteilung der TV-Gelder finanzielle Obergrenzen für Gehälter und Ablösesummen, Stehplatzgarantie, fanfreundliche Anstoßzeiten und „mehr Transparenz in den Verbänden“. Die Kommerzialisierung dürfe nur Begleiter, nicht aber Hauptzweck des Fußballs sein, damit sich der von Nick Hornby beobachtete Negativtrend „Ich verspüre eine allgemeine Entzauberung des Spiels, ein Schwinden des Interesses“ nicht weiter fortsetze.
Vollkommen anders der Ansatz des zweite Redners: Raphael Brinkert ist Mitinhaber von Jung von Matts/sports, der Werbeagentur, die u. a. für die Schalker Jahreskampagne 2014/2015 verantwortlich zeichnet. „Zwischen wahrem Fußball und der Ware Fußball, zwischen Championsleague und zweiter Liga, zwischen Kuzorra und Raúl, zwischen Herz und Verstand“ müsse man sich bewegen, wenn man Schalke bestmöglich vermarkten wolle. Es sei „traurig aber wahr: Wer die Klasse halten will, muss Kasse machen“.
Ziel der Vermarktung sei auch, die Einnahmen durch Dritte zu erhöhen, um die Kosten für die Fans so gering wie möglich zu halten. Dazu müsse man möglichst viele Menschen, Partner und Sponsoren für den FC Schalke 04 begeistern – und eine erfolgreiche Kampagne brauche „fünf KO-Kriterien gegen Beliebigkeit und für mehr kommunikative Wettbewerbsfähigkeit“: Konkret, Kontur, Konsequenz, kontinuierlich und kompromisslos. Aus diesen Überlegungen sei der Saisonauftritt 2014/15 „1.000 Freunde, unzählige Kumpel“ geboren worden, der auf Bergmannmotive und Maloche setzt – und dessen berühmter „Stollen-Spielertunnel“ es weltweit in die Berichterstattung schaffte.
Im Anschluss an die beiden Impulsvorträge traten neben Raphael Brinkert Finanzvorstand P. Peters, die Aufsichtsratsmitglieder A. Hefer und I. Müller sowie R. Vollmer, der königsblaue Vertreter bei „unsere Kurve“ zur Podiumsdiskussion an. Wie kann der Verein den schwierigen Spagat zwischen Tradition und Finanzen bewältigen, wie kann er sich zeitgemäß aufstellen und dennoch die schlimmsten Kommerzauswüchse eindämmen? Wird Schalke im Jahre 2020 noch ein eingetragener Verein sein? Die hochspannende und teilweise kontrovers geführte Diskussion musste leider um 18 Uhr aufgrund der Schließung der Flora abgebrochen werden; die Zuhörer waren sich einig: Eine gelungene und hochinteressante Veranstaltung!
SchalkeVereint dankt den Rednern und Diskutanten und allen Gästen. In Kürze werden wir für Interessierte einen Videomitschnitt der Veranstaltung anbieten.
Weiterführende Links:
Westline
WAZ/DerWesten
Deutschlandfunk
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